Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

Berlin - Neukölln - Kranoldplatz 11

aktuell - 5. Coronabrief der Kirchenleitung

Ev.-Luth. Paulusgemeinde (SELK) Berlin-Neukölln, Kranoldplatz 11 Impressum  Kontakt

5. Corona-Brief der Kirchenleitung:

„Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort. Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich? … Deine Gebote vergesse ich nicht. Wie lange soll dein Knecht warten?“ (Psalm 119,81-84a) Liebe Gemeindeglieder der Selbständigen Evangelisch- Lutherischen Kirche, liebe Gäste der Gemeinden, liebe Leserinnen und Leser!

Wie lange noch?

„Wie lange soll dein Knecht warten?“, fragt der Beter des 119. Psalms und die Frage spricht uns aus dem Herzen. „Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.“ Diese tiefe Sehnsucht nach Gottes Heil und nach seinem Wort teilen wir. „Doch deine Gebote vergesse ich nicht“, so vergewissert sich der Psalmist in der langen Zeit des Wartens. In Gesprächen haben uns etliche Pfarrer unserer Kirche die Sorge mitgeteilt, dass wir mit manchen gottesdienstlichen „Notlösungen“ etwas einüben, das geistlich, theologisch oder von der kirchlichen Praxis her eigentlich nicht so ganz richtig ist. Und nach der Krise könnten wir vergessen haben, wie es eigentlich richtig geht. Es ist unser gemeinsamer Wunsch, so bald wie möglich zu unseren gewohnten Gottesdienstformen zurückzukehren. Das Psalmwort „Deine Gebote vergesse ich nicht“ hilft uns, die Zeiten der kirchlichen Beschränkungen zu überstehen.

Lockerungen

Die Corona-Virus-Krise hat Deutschland vergleichsweise milde getroffen. Dennoch machen lokale Ausbrüche deutlich, dass die Lage insgesamt noch angespannt ist. Niemand weiß heute, wie lange die Situation noch sensibel bleibt. Es kann noch mehrere Monate dauern, bis wir im ganzen Land zu einer relativen Normalität zurückkehren können. Damit der lange Weg nicht unerträglich wird, ermutigen wir jetzt die Gemeinden, über Lockerungen im kirchlichen Leben nachzudenken. Dazu nennen wir hier folgende Punkte: 1. Der Weg in die Normalität wird nach heutigem Kenntnisstand regional unterschiedlich aussehen und unterschiedlich lange dauern. Die jeweiligen Kirchenvorstände und Pfarrer tragen die Verantwortung für Regelungen des Gemeindelebens unter Corona-Bedingungen in ihrem Pfarrbezirk. Das gilt auch für mögliche Lockerungen, die beispielsweise im Zusammenhang mit dem lokalen Infektionsgeschehen zu beurteilen sind. 2. Bei übergemeindlichen Veranstaltungen ist es unerlässlich, die Verantwortlichkeiten zu klären. Das verantwortliche Gremium trifft dann auch die Entscheidung, ob und wie eine Veranstaltung stattfindet. Zur verantwortungsvollen Abwägung dieser Fragen machen wir Mut.
3. Inzwischen sind viele regionale Gesundheitsämter wieder in der Lage, auch auf Fragestellungen einzelner Gemeinden einzugehen. Sie sind in aller Regel geeignete Ansprechpartner für Hygienekonzepte gemeindlicher und übergemeindlicher Veranstaltungen. 4. Unsere bisherige Empfehlung, auf Gemeindegesang und Bläsermusik vollständig zu verzichten, heben wir auf. Dennoch empfehlen wir nach wie vor Zurückhaltung und Vorsicht bei Gesang und Bläsermusik in geschlossenen Räumen. In einigen Gemeinden hat es sich bereits bewährt, für sensible und gefährdete Gemeindeglieder zusätzlich auch Gottesdienste ohne Gesang anzubieten. 5. Bei regional steigenden Corona-Fallzahlen können ggf. wieder striktere Einschränkungen notwendig werden.

Spannungen weiter aushalten

Die Wucht der Spannungen in Kirchenvorständen, in Gemeinden und auch zwischen Gemeinden unserer Kirche hat uns überrascht und teilweise auch selbst getroffen. Das zeigt einmal mehr, dass das Virus an zentralen Stellen des kirchlichen Lebens der lutherischen Kirche angreift: Bei der Feier des Heiligen Abendmahls, bei Gemeinschaft und Nähe zu den Menschen und bei der Kirchenmusik. Diese Spannungen gilt es weiter in Demut und Liebe zu tragen und, wo möglich, im Gespräch zu mildern.

Dank an Kirchenvorstände und Pfarrer

Erneut danken wir den Pfarrern, Kirchenvorständen und allen anderen Mitarbeitenden sehr dafür, dass sie in diesen schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen und auch schmerzhafte Konflikte ausgetragen oder ausgehalten haben. „Wie lange soll dein Knecht warten?“, fragt der Beter des 119. Psalms und die Frage spricht uns aus dem Herzen. Im Fall der Corona-Virus-Krise wissen wir keine Antwort auf diese Frage. Dass Gott das geistliche Warten mit der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus schon beendet hat und wir durch Jesus Christus erlöste und befreite Christenmenschen sind, dafür können wir nicht dankbar genug sein. Einen Gebetsvorschlag in Dank und Fürbitte für die Hausandacht und den Gottesdienst fügen wir deshalb diesem Schreiben an. Im Auftrag von Kirchenleitung und Kollegium der Superintendenten grüßt Sie und euch die Arbeitsgruppe in Verbundenheit des Glaubens und Bekennens Ihre | eure Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. Propst Burkhard Kurz Kirchenrat Erik Braunreuther KirchenratFlorian Wonneberg
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aktuell - 5. Coronabrief der Kirchenleitung

5. Corona-Brief der Kirchenleitung:

„Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort. Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann tröstest du mich? … Deine Gebote vergesse ich nicht. Wie lange soll dein Knecht warten?“ (Psalm 119,81-84a) Liebe Gemeindeglieder der Selbständigen Evangelisch- Lutherischen Kirche, liebe Gäste der Gemeinden, liebe Leserinnen und Leser!

Wie lange noch?

„Wie lange soll dein Knecht warten?“, fragt der Beter des 119. Psalms und die Frage spricht uns aus dem Herzen. „Meine Seele verlangt nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.“ Diese tiefe Sehnsucht nach Gottes Heil und nach seinem Wort teilen wir. „Doch deine Gebote vergesse ich nicht“, so vergewissert sich der Psalmist in der langen Zeit des Wartens. In Gesprächen haben uns etliche Pfarrer unserer Kirche die Sorge mitgeteilt, dass wir mit manchen gottesdienstlichen „Notlösungen“ etwas einüben, das geistlich, theologisch oder von der kirchlichen Praxis her eigentlich nicht so ganz richtig ist. Und nach der Krise könnten wir vergessen haben, wie es eigentlich richtig geht. Es ist unser gemeinsamer Wunsch, so bald wie möglich zu unseren gewohnten Gottesdienstformen zurückzukehren. Das Psalmwort „Deine Gebote vergesse ich nicht“ hilft uns, die Zeiten der kirchlichen Beschränkungen zu überstehen.

Lockerungen

Die Corona-Virus-Krise hat Deutschland vergleichsweise milde getroffen. Dennoch machen lokale Ausbrüche deutlich, dass die Lage insgesamt noch angespannt ist. Niemand weiß heute, wie lange die Situation noch sensibel bleibt. Es kann noch mehrere Monate dauern, bis wir im ganzen Land zu einer relativen Normalität zurückkehren können. Damit der lange Weg nicht unerträglich wird, ermutigen wir jetzt die Gemeinden, über Lockerungen im kirchlichen Leben nachzudenken. Dazu nennen wir hier folgende Punkte: 1. Der Weg in die Normalität wird nach heutigem Kenntnisstand regional unterschiedlich aussehen und unterschiedlich lange dauern. Die jeweiligen Kirchenvorstände und Pfarrer tragen die Verantwortung für Regelungen des Gemeindelebens unter Corona-Bedingungen in ihrem Pfarrbezirk. Das gilt auch für mögliche Lockerungen, die beispielsweise im Zusammenhang mit dem lokalen Infektionsgeschehen zu beurteilen sind. 2. Bei übergemeindlichen Veranstaltungen ist es unerlässlich, die Verantwortlichkeiten zu klären. Das verantwortliche Gremium trifft dann auch die Entscheidung, ob und wie eine Veranstaltung stattfindet. Zur verantwortungsvollen Abwägung dieser Fragen machen wir Mut. 3. Inzwischen sind viele regionale Gesundheitsämter wieder in der Lage, auch auf Fragestellungen einzelner Gemeinden einzugehen. Sie sind in aller Regel geeignete Ansprechpartner für Hygienekonzepte gemeindlicher und übergemeindlicher Veranstaltungen. 4. Unsere bisherige Empfehlung, auf Gemeindegesang und Bläsermusik vollständig zu verzichten, heben wir auf. Dennoch empfehlen wir nach wie vor Zurückhaltung und Vorsicht bei Gesang und Bläsermusik in geschlossenen Räumen. In einigen Gemeinden hat es sich bereits bewährt, für sensible und gefährdete Gemeindeglieder zusätzlich auch Gottesdienste ohne Gesang anzubieten. 5. Bei regional steigenden Corona-Fallzahlen können ggf. wieder striktere Einschränkungen notwendig werden.

Spannungen weiter aushalten

Die Wucht der Spannungen in Kirchenvorständen, in Gemeinden und auch zwischen Gemeinden unserer Kirche hat uns überrascht und teilweise auch selbst getroffen. Das zeigt einmal mehr, dass das Virus an zentralen Stellen des kirchlichen Lebens der lutherischen Kirche angreift: Bei der Feier des Heiligen Abendmahls, bei Gemeinschaft und Nähe zu den Menschen und bei der Kirchenmusik. Diese Spannungen gilt es weiter in Demut und Liebe zu tragen und, wo möglich, im Gespräch zu mildern.

Dank an Kirchenvorstände und Pfarrer

Erneut danken wir den Pfarrern, Kirchenvorständen und allen anderen Mitarbeitenden sehr dafür, dass sie in diesen schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen und auch schmerzhafte Konflikte ausgetragen oder ausgehalten haben. „Wie lange soll dein Knecht warten?“, fragt der Beter des 119. Psalms und die Frage spricht uns aus dem Herzen. Im Fall der Corona-Virus-Krise wissen wir keine Antwort auf diese Frage. Dass Gott das geistliche Warten mit der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus schon beendet hat und wir durch Jesus Christus erlöste und befreite Christenmenschen sind, dafür können wir nicht dankbar genug sein. Einen Gebetsvorschlag in Dank und Fürbitte für die Hausandacht und den Gottesdienst fügen wir deshalb diesem Schreiben an. Im Auftrag von Kirchenleitung und Kollegium der Superintendenten grüßt Sie und euch die Arbeitsgruppe in Verbundenheit des Glaubens und Bekennens Ihre | eure Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. Propst Burkhard Kurz Kirchenrat Erik Braunreuther Kirchenrat Florian Wonneberg