Geistliches Wort April 2011

Fürwahr,
er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.
Wir aber hielten ihn für den,
der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet
und um unserer Sünde willen zerschlagen.
Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten,
und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jesaja 53,4+5
Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinde,
auf dem Titelblatt sind vier von 16 Blättern der „Donaueschinger Passion“ zu sehen. Diese Holzschnitte entstanden in der Mitte des 15. Jahrhunderts und sind in ein Exemplar einer Handschrift eingeklebt, die Gebete und Zeremonien für Klosterfrauen enthält. Aufbewahrt wird diese Handschrift in der fürstlich-fürstenbergischen Hofbibliothek zu Donaueschingen.
Eindrucksvoll zeigt die Passionsfolge aus der Frühzeit des Holzschnitts Leiden, Sterben und Auferstehung unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus. Dabei liegt die Kunst in der Beschränkung: Nur wenige Personen werden dargestellt, Farben werden sparsam verwendet, die perspektivische Darstellung steht noch ganz am Anfang.
In jener Zeit konnten die wenigsten Menschen lesen und schreiben. Darum waren Bilder – neben dem gesprochenen Wort – ein wichtiges Mittel der Verkündigung. Beim Betrachten eines Bildes kann ein Mensch oft ganz andere Aspekte entdecken als beim Hören einer Geschichte oder eines verlesenen Textes.
Die Intensität des Gebetes Jesu und der stärkende Kelch in Gethsemane, die Schmerzen und Blutstropfen, als er bei seiner Geißelung unter den Folterwerkzeugen der Soldaten litt, die Fürsorge, die er auf Golgatha vor seinem Tod noch seiner Mutter und dem „Jünger, den er lieb hatte“ erbrachte, die Auferstehung am Ostermorgen, mit der er den ewigen Tod besiegte – all das hat er nicht für sich auf sich genommen, erlitten und erkämpft, sondern für uns Menschen!
In den Bildern, Texten und Musiken zur Passions- und Osterzeit wird uns die Liebe Gottes vermittelt, die durch seinen Sohn einging in unser Leben, die sich verzehrte bis zum Letzten und durch die wir ewiges Leben haben.
Eine gesegnete Passions- und Osterzeit wünscht Ihnen / Euch allen
Ihr / Euer Pastor
Rainer Kempe
24.03.2011 19:33
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