Geistliches Wort Dezember 2011

Geburt Christi und Anbetung der Hirten
Glasfenster von Karl Rieder in der Spitalskirche in Schwaz (Tirol, Österreich)
Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute,
Gottes Kind / das verbindt / sich mit unserm Blute.
Evangelisch lutherisches Kirchengesangbuch 27, Vers 2
Liebe Glieder und Freunde unserer Gemeinde,
staunend betrachtet jeder Vater, jede Mutter das erstgeborene Kind: Wie klein die Fingerchen sind, wie zart und zerbrechlich die Gliedmaßen. Durch das kleine runzlige Gesichtchen scheint für die Großgewordenen ein Abglanz einer fast vergessenen Welt durchzuschimmern: ein Gefühl von Sorglosigkeit und Geborgenheit. Wie in einem Glasfenster bricht sich in jedem Kind das göttliche Licht und fächert sich auf zu der Buntheit des Lebens. Nur in den Augen der Erwachsenen mischt sich bereits das Dunkle des Schmerzes dazu, das auf jeden Menschen wartet. Was wirst du noch erleben müssen, kleines Kind? Diese Frage beschleicht jeden, der ein junges Leben in seinen ersten Stunden und Tagen erlebt.
Nicht anders erging es wohl den Eltern Jesu. Kaum ist das Kind geboren, besuchen Hirten die Heilige Familie. Bewundernd stehen sie um die Krippe, flüstern sich Geheimnisse zu, die sie von den Engeln gehört haben, und murmeln von Prophezeiungen. „Was wird wohl aus dir werden, kleines Kind?“ Diese Frage hat Maria und Josef beschäftigt – wie alle Eltern. Fast sorgenvoll blickt Josef auf das Kind herab. Liebevoll schließt Maria ihren kleinen Jesus in ihre Arme. „Noch bist du bei mir geborgen“, sagt ihr Blick. Ihre Lippen lächeln leicht, auch wenn die Augen mit tiefem Ernst ihren Sohn betrachten, der umgeben ist von einem hellen Licht.
Licht! Erst das Licht der Sonne bringt das Glasfenster zum Leuchten, auf der der Künstler diese Krippenszene festgehalten hat. Das Licht Gottes strahlt aus von diesem Kind. Später einmal, wenn das Kind groß geworden ist, wird es zu seinen Jüngern sagen: „Ich bin das Licht der Welt.“ Haben seine Eltern es in diesem Augenblick schon gespürt? – Das Licht der Welt – Jesus hat es in diesen Stunden nicht nur erblickt, sondern auch in sich aufgenommen, um es weiterzureichen an diejenigen, die im Dunkel sitzen.
Und es ist nicht erloschen: Wir können es immer neu erleben, denn es wird nicht erlöschen, auch nicht in der Zeit nach Weihnachten und im neuen Jahr. Denn unser Gott steht in Jesus Christus zu seinem Wort und zu seiner Liebe zu uns Menschen.
Lassen Sie sich bescheinen von diesem göttlichen Licht, das uns in diesen dunklen Tagen leuchtet und uns den Weg weisen will! Lassen Sie sich beschenken von der Liebe Gottes, der seinen Sohn Mensch werden lässt, damit wir in Ewigkeit bei ihm sind! Das wünscht Ihnen / Euch
Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe
Foto: Anton Prock, Lizenz: Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Österreich
24.11.2011 17:01
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