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Geistliches Wort Februar 2011

1 Pastor Rainer Kempe

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören
Saat und Ernte, Frost und Hitze,
Sommer und Winter, Tag und Nacht.


1.Mose 8,22

Die Sintflut ist vorbei, der Erdboden wieder trocken. Noah und die Seinen und alle Tiere, die in der Arche waren, sind gerettet und können ein neues Leben beginnen.
Obwohl Gott feststellt: "Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf", will er doch "hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen" (Vers 21) So steht Gottes Verheißung zu den Kreisläufen auf unserer Erde, wie sie Jahr um Jahr und Tag für Tag ablaufen.
Und doch stöhnen wir immer wieder unter den Gegebenheiten der Natur: Winter und Frost sorgen für Unmut, weil uns Schneeschippen, Eisglätte und dicke Kleidung nicht genehm sind. Das Dunkel bedrückt uns, und so machen wir die Nacht zum Tage. Der Hitze im Sommer begegnen wir, indem wir kühlen Schatten suchen, uns Sonnenbrillen aufsetzen und die Klimaanlage im Auto etwas höher stellen.
Saat und Ernte sind uns - besonders uns Städtern - schon lange fremd geworden, denn alle Sorten Gemüse und Obst gibt es praktisch das ganze Jahr hindurch - wenn nicht durch Importe von der südlichen Erdhalbkugel (verbunden mit immensen Transportkosten und Verschwendung von Ressourcen!), dann wenigstens aus dem Tiefkühlregal.
Wir wähnen uns als die, die das Leben auf unserer Erde im Griff haben - und werden immer wieder eines Besseren belehrt: Hilflos stehen Menschen den Wasserfluten gegenüber und verlieren ihr ganzes Hab und Gut und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Ernten werden durch Fluten oder Trockenheit vernichtet, sodass Menschen (ver-)hungern.
Und dann greift die "freie" Marktwirtschaft der Wohlstandsgesellschaft ein und vernichtet Lebensmittel, um die Preise stabil zu halten, produziert Obst, Gemüse und Blumen in Ländern, deren Einwohner oft selbst nicht genug zum Überleben haben. Schließlich schrecken skrupellose Geschäftemacher nicht davor zurück, Gifte über das Tierfutter in die Nahrungsmittelkette einzuführen und Nutztiere für die Fleischproduktion industriell (und damit oft qualvoll) zu züchten, zu mästen und zu schlachten.
Ich lade Sie / Euch ein, die Kreisläufe der Natur und den Segen, den Gott auf sie gelegt hat, wieder bewusst wahrzunehmen, auch wenn uns das in dieser Winterzeit nicht leicht fällt oder passt.
In diesem Sinne grüßt Sie / Euch herzlich Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe

28.01.2011 14:53


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