Geistliches Wort Januar 2011
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römer 12,21
"Das Böse ist immer und überall", sang 1985 die Gruppe Erste Allgemeine Verunsicherung. Zwar wurde in dem Lied ein gescheiterter Banküberfall parodiert, aber es ist schon was dran: Wir haben es in dieser Welt und unserem Leben in vieler Hinsicht mit "dem Bösen" zu tun und kämpfen dagegen an. Dabei fühlen wir uns allerdings oft überfordert, denn wir allein schaffen es nicht, das Böse an der Wurzel zu packen und auszurotten. Und manchmal müssen wir auch mit dem Apostel Paulus resigniert feststellen: "Das Gute, das ich will, tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." (Römer 7,19)
Woher also bekommen wir immer wieder neue Kraft und neuen Mut, um nicht in dieselbe Kerbe zu schlagen wie unser Gegenüber, um nicht mit in den Sog gezogen zu werden, wo Böses mit Bösem vergolten wird? - Wenn wir uns bewusst machen, dass Gott "nicht mit uns handelt nach unsern Sünden und uns nicht vergilt nach unsrer Missetat". (Psalm 103,10) Wenn wir also die Liebe und Barmherzigkeit, die Gott uns in Jesus Christus schenkt, und den Frieden, den wir durch ihn haben, an unsere Mitmenschen weitergeben.
In ihrer Darstellung zur Jahreslosung hat die Künstlerin Regina Piesbergen den Freiraum, den uns Jesus eröffnet, in kräftigen und bunten Farben gemalt. Das Böse, das um uns herum überwunden ist, erscheint nur noch im schwarzen Bildrand. Wir aber leben von dem Guten, das Jesus uns gibt: vom Wasser des Lebens (blau), der grünen Aue, dem österlichen Licht (gelb) und dem pfingstlichen Feuer (rot) bis hin zum offenen Himmel über uns (blau). In diesem Raum bewegen wir uns und stemmen uns gegen die dunkle Macht des Bösen, die uns wieder einengen und erdrücken will.
Allein schaffen wir das allerdings nicht. Das weiß auch Jesus. Und deshalb lehrt er uns, immer wieder mit dem Vaterunser die Bitte zu sprechen: "Erlöse uns von dem Bösen."
Umgeben von der vielfältigen, bunten Güte Jesu können wir das Gute weitergeben, auch wenn das Dunkle noch am Rand lauert. Böses wird durch Gutes überwunden, belastete Beziehungen wieder heil und Menschen finden wieder Frieden - auch wenn die Macht des Bösen noch nach uns greift und oft genug dazwischen funkt. Die Liebe Gottes, die in Jesus Christus offenbart ist, ist stärker als alles Andere. Das gilt für unser irdisches Leben - und erst recht für die Ewigkeit!
Mit diesen Gedanken zur Jahreslosung 2011 grüßt Sie / Euch herzlich
Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe

Jahreslosung 2011
30.12.2010 20:44
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