Geistliches Wort März 2011
Zwei Balken aus Holz
mehr ist nicht dran an einem Kreuz, auch nicht am Kreuz Jesu – oder vielleicht doch?
Was eben noch als Natur im Wald stand, grob bearbeitet aus der Schreinerei kommt, das dient eben nicht nur zum Haus- oder Brückenbau. Es kommt drauf an, wozu es zusammengefügt und benützt wird...
„Wie kann man sich dieses Mordwerkzeug nur über’s Bett hängen?“ So fragt ein Jugendlicher, den der Forscher Heiner Barz für seine Studie „Jugend und Religion“ interviewt hat. „Was bedeutet das Kreuz für dich?“ hatte Barz ihn gefragt. – Ich glaube, dieser junge Mensch hat durchaus ein richtiges Gespür dafür, was das Kreuz eigentlich ist. Wer in einer christlichen Gemeinde aufgewachsen ist, der gewöhnt sich an den Anblick von Kreuzen, für den ist ein Kreuz bald kaum etwas anderes als das Erkennungszeichen des Christentums.
Mit seiner Äußerung über das „Mordwerkzeug“ meint der Jugendliche nun aber, dass sich dieses Zeichen als Raumschmuck eigentlich nicht eignet. Wer sich also ein Kreuz über das Bett, an den Wohnungseingang oder sonstwo an prominente Stelle in die Wohnung (oder an den Arbeitsplatz!) hängt, der setzt damit das deutliche Zeichen: Dieses „Mordwerkzeug“ bedeutet für mich etwas Besonderes.
Zwei Dinge sind mir persönlich am Kreuz besonders wichtig:
Wenn ich mir ein Kreuz mit dem gekreuzigten Christus ansehe, dann kommt mir in Erinnerung, dass Jesus, der Gott ganz nahe war, den Tod eines Verfluchten, eines Gottfernen stirbt. Ich erinnere mich daran, dass es in der Bibel dazu heißt: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit.“ (Jesaja 53,4) Und im Nachdenken darüber wird mir von neuem deutlich, eine wie geringe Rolle Gott in meinem Leben oft spielt...
Das zweite, was mir wichtig ist, wenn ich mir eine Abbildung des gekreuzigten Jesus ansehe, ist die Fortsetzung dieses Satzes in der Bibel: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten...“ (Jesaja 53,5) Ich weiß: Weil ich getauft bin, gehöre ich mit diesem Jesus zusammen. Und damit gilt mir das Versprechen Gottes, dass mein oft so gottfern verlaufendes Leben vor Gott keine Rolle mehr spielen soll.
Und so sind mir die zwei Balken aus Holz kein Mordwerkzeug, sondern Zeichen dafür, dass Gott sein Liebstes für mich opfert, damit ich in Ewigkeit bei ihm sein kann.
Ich wünsche uns, dass, wenn wir das nächste Mal irgendwo ein Kreuz entdecken, uns in Erinnerung kommt, welch ein ungewöhnliches Zeichen das ist und was es bedeutet – für unser Leben! In diesem Sinn wünsche ich Ihnen / Euch allen eine segensreiche Passionszeit, die immer den Ausblick auf das Osterfest hat, Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe
mehr ist nicht dran an einem Kreuz, auch nicht am Kreuz Jesu – oder vielleicht doch?
Was eben noch als Natur im Wald stand, grob bearbeitet aus der Schreinerei kommt, das dient eben nicht nur zum Haus- oder Brückenbau. Es kommt drauf an, wozu es zusammengefügt und benützt wird...
„Wie kann man sich dieses Mordwerkzeug nur über’s Bett hängen?“ So fragt ein Jugendlicher, den der Forscher Heiner Barz für seine Studie „Jugend und Religion“ interviewt hat. „Was bedeutet das Kreuz für dich?“ hatte Barz ihn gefragt. – Ich glaube, dieser junge Mensch hat durchaus ein richtiges Gespür dafür, was das Kreuz eigentlich ist. Wer in einer christlichen Gemeinde aufgewachsen ist, der gewöhnt sich an den Anblick von Kreuzen, für den ist ein Kreuz bald kaum etwas anderes als das Erkennungszeichen des Christentums.
Mit seiner Äußerung über das „Mordwerkzeug“ meint der Jugendliche nun aber, dass sich dieses Zeichen als Raumschmuck eigentlich nicht eignet. Wer sich also ein Kreuz über das Bett, an den Wohnungseingang oder sonstwo an prominente Stelle in die Wohnung (oder an den Arbeitsplatz!) hängt, der setzt damit das deutliche Zeichen: Dieses „Mordwerkzeug“ bedeutet für mich etwas Besonderes.
Zwei Dinge sind mir persönlich am Kreuz besonders wichtig:
Wenn ich mir ein Kreuz mit dem gekreuzigten Christus ansehe, dann kommt mir in Erinnerung, dass Jesus, der Gott ganz nahe war, den Tod eines Verfluchten, eines Gottfernen stirbt. Ich erinnere mich daran, dass es in der Bibel dazu heißt: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit.“ (Jesaja 53,4) Und im Nachdenken darüber wird mir von neuem deutlich, eine wie geringe Rolle Gott in meinem Leben oft spielt...
Das zweite, was mir wichtig ist, wenn ich mir eine Abbildung des gekreuzigten Jesus ansehe, ist die Fortsetzung dieses Satzes in der Bibel: „Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten...“ (Jesaja 53,5) Ich weiß: Weil ich getauft bin, gehöre ich mit diesem Jesus zusammen. Und damit gilt mir das Versprechen Gottes, dass mein oft so gottfern verlaufendes Leben vor Gott keine Rolle mehr spielen soll.
Und so sind mir die zwei Balken aus Holz kein Mordwerkzeug, sondern Zeichen dafür, dass Gott sein Liebstes für mich opfert, damit ich in Ewigkeit bei ihm sein kann.
Ich wünsche uns, dass, wenn wir das nächste Mal irgendwo ein Kreuz entdecken, uns in Erinnerung kommt, welch ein ungewöhnliches Zeichen das ist und was es bedeutet – für unser Leben! In diesem Sinn wünsche ich Ihnen / Euch allen eine segensreiche Passionszeit, die immer den Ausblick auf das Osterfest hat, Ihr / Euer Pastor Rainer Kempe
24.02.2011 18:54
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