Paulus-Gemeinde Berlin-Neukölln

Berlin - Neukölln - Kranoldplatz 11

aktuell - geistliches Wort

Ev.-Luth. Paulusgemeinde (SELK) Berlin-Neukölln, Kranoldplatz 11 Impressum  Kontakt

An(ge)dacht

Monatsspruch November 2022: Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! (Jesaja 5,20) Liebe Leserinnen und Leser, wie schwer ist es, einem anderen Menschen etwas wirklich verlässlich mitzuteilen! Wir nutzen Worte, Gesten, Betonungen, Blicke und sicherlich noch mehr, um uns verständlich zu machen. Oder machen wir es manchmal so, wie der Prophet andeutet? Der Monatsvers für November 2022 beschreibt, dass es vorkommt, dass Menschen genau anders über etwas reden, als wie die Wirklichkeit ist. Manchmal geschieht das unwissentlich, manchmal extra, z.B. wenn man eine Sache besser darstellen will oder den Gesprächspartner zu etwas überzeugen will. Der Prophet ist aufgeregt und erschreckt, dass so etwas vorkommt. Er fürchtet, dass es ein schlimmes Ende nehmen könnte, ja er warnt davor, absichtlich Dinge verkehrt darzustellen: Wehe! Warum? Weil da oft ein Machtgefälle ausgelebt wird: Das Vorgehen ist berechnend, dient dem eigenen Vorteil, nimmt dem anderen, was ihm gehört oder zusteht. So sollen wir Menschen aber nach Gottes Willen nicht miteinander umgehen! Und Achtung, es bleibt nicht verborgen! Die letzten Sonntage des Kirchenjahres, bevor am ersten Sonntag im Advent ein neues Kirchenjahr startet, lehren uns: Wir werden für unser Leben, auch für unseren Umgang mit den nahen und fernen Menschen, Rechenschaft vor Gott ablegen müssen. Können wir bestehen? Werden wir Beistand haben? Nein und Ja: Keine und keiner hat eine makellose Weste, kann vor Gott bestehen. Und: Ja, wir werden Beistand haben: Jesus Christus tritt uns zur Seite und sagt uns: fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst, frei gemacht von Deiner Vergangenheit. Es gibt vieles, auf das wir hineinfallen können. Wir denken, es ist gut, hell und süß. Mag sein. Sicher sind wir aber bei Jesus Christus: Er ist wirklich gut. Er ist wirklich das Licht der Welt! Er ist süß: liebt uns, trägt uns, tröstet uns, stärkt uns. Er macht uns frei von der Welt. Ich bitte Sie, liebe Leserin und lieber Leser, dass Sie sich ihm anvertrauen! Manches in Ihrem Leben wird sich verändern, manche Werte werden neu sortiert und Ihr Blick geht weit in die Zukunft, dahin, wo es wirklich gut, hell und süß ist! Jesus Christus, Gottes Sohn, und Gott selbst, unser himmlischer Vater, segnet und beschenkt uns, so dass wir getrost unseren Weg gehen können! So wünsche ich einen schönen Herbst und gesegnete Zeit! Ihr und Euer Pastor Mader

Fürstenwalder Gedanken

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Johannes 16,33 Angst vor dem Ende? In früheren Zeiten lebten viele nur 50 bis 60 Jahre, aber dafür durch ihren Glauben mit der Perspektive "Ewigkeit" nach dem Tod. Kann es sein, das heute viele Menschen deswegen so gehetzt sind und alles mitnehmen was sich ihnen bietet, weil sie möglichst viel in ihre 80 Jahre Lebenszeit rein packen müssen? Und danach ist alles aus und vorbei? Wir sehen, hier kommt es nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität. Was nutzen mir 20, 30 Lebensjahre mehr, wenn ich keine Ewigkeitsperspektive habe? Andersrum gefragt: „Ist es dann noch so wichtig wie alt ich werde?“ Der Glaube an Christus will uns auch in dieser Frage Gelassenheit schenken und für den Alltag entschleunigen. Wir dürfen IHM vertrauen und beim Wort nehmen, das unser Leben in seinen liebenden Händen geborgen ist und eben nicht mit dem Tod alles zu Ende ist. Dazu sein Versprechen in Johannes 5,24: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." Aber was, wenn mein Vertrauen schwindet in den dunklen Monaten die vor der Tür stehen. Wenn ich ins Grübeln komme ob meiner Sündenlast. Leiden und Verzweiflung kann mich da auf einmal packen. Auch die Menschen der Bibel reden davon. Gott hält sich manchmal verborgen und doch ist ER nur ein Gebet weit entfernt und das ist das Tröstliche. So treulos wie ich manchmal bin, hätte Gott allen Grund mich zu verlassen. Tut ER aber nicht! In seinem Roman "Und etliches fiel auf Fels" beschreibt der schwedische Bischof Bo Giertz einen jungen Pastor, der an ein Sterbebett gerufen wird. Der alte Bauer war, seit der Erweckung in Südschweden, ein treuer Christ gewesen. Aber auf seinem Krankenlager findet er keinen Frieden. Er kennt viele Versprechen Gottes in der Bibel auswendig. Aber er sieht nur das Böse in seinem Herzen und zweifelt daran, ob er richtig geglaubt hat. Der junge Vikar ist verwirrt und kann das nicht verstehen. Aber dann zählte der Alte auf: Bei jeder Gelegenheit, bei der er Gottes Willen tat, hatte er selbstsüchtige Hintergedanken. Als er in der Kirche die Sündenvergebung erlebte, schaute er zur Seite auf seinen alten Vater und dachte daran, dass er wahrscheinlich bald sein Erbe antreten kann. Den lauten Nachbarn zur Linken beneidete er wegen seinem Reichtum und wünschte ihn zuweilen geradezu in die Hölle. Geschweige denn jemals für ihn gebetet zu haben. Dem Vikar verschlägt es die Sprache und gute Ratschläge gleich dazu. Da trat eine alte Nachbarin ins Zimmer. Als der Bauer ihr ganz offen sagt: „Ich bin ein Sünder, ach was, ein großer noch dazu!“ Da meinte die Alte nur lakonisch: „Ja, das bist du, aber Jesus ist ein noch größerer Erlöser!“ Sie lenkte seinen Blick weg von seinem Versagen und seiner Angst, auf Jesus hin daselbst. Als er fragte ob sie noch ein letztes Bibelwort für ihn hätte, sagte sie: „Ja eines. Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünden trägt. Jesus! Auch die Sünde, die dich immer noch in deinem Herzen verklagen will.“ Das allein ist mein Trost im Leben und im Sterben, dass ich nicht auf mich und meine scheinbaren Erfolge im Glauben baue, sondern auf Jesu unverdienten Gnade und großartigen Liebe. Geschwisterliche Grüße aus Fürstenwalde, Andreas Lenz

Gott kommt zu seinem Ziel

Was kommt denn noch alles auf uns zu? So fragen sich viele angesichts von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Klima- Wandel. Man mag schon gar nicht mehr in die Zeitung schauen. Ein Blick in die Bibel: Die Offenbarung des Johannes ist ein Trostbuch für Bedrängte und Unterdrückte. Für sie ist es tröstlich zu wissen, dass Opfer und Täter vor Gott nicht eins und gleich gültig sind, dass ihr Leiden von Gott nicht übersehen wird. Sie wissen: Gott hat die Geschicke seiner Welt nicht aus den Händen gegeben. Gott regiert und kommt trotz aller Katastrophen zu seinem Ziel. Der Bibeltext „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker“ ist ein himmlisches Loblied von Christen, die von Gott gerettet worden sind. In diesem Loblied ist von Gottes Allmacht die Rede! Allmacht – das ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht unsere Sache. Allmacht ‒ das ist die uns abgewandte, unzugängliche Seite Gottes. Sie schränkt unsere menschlichen Allmachts- Fantasien wohltuend ein. Sie erdet uns. Nein, wir haben das Leben und die Schöpfung trotz aller technischen Möglichkeiten nicht im Griff. Aber wir können uns Gott anvertrauen und mit Worten von Gustav Heinemann trotzig und getrost bekennen: „Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!“ Reinhard Ellsel
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An(ge)dacht

Monatsspruch November 2022: Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! (Jesaja 5,20) Liebe Leserinnen und Leser, wie schwer ist es, einem anderen Menschen etwas wirklich verlässlich mitzuteilen! Wir nutzen Worte, Gesten, Betonungen, Blicke und sicherlich noch mehr, um uns verständlich zu machen. Oder machen wir es manchmal so, wie der Prophet andeutet? Der Monatsvers für November 2022 beschreibt, dass es vorkommt, dass Menschen genau anders über etwas reden, als wie die Wirklichkeit ist. Manchmal geschieht das unwissentlich, manchmal extra, z.B. wenn man eine Sache besser darstellen will oder den Gesprächspartner zu etwas überzeugen will. Der Prophet ist aufgeregt und erschreckt, dass so etwas vorkommt. Er fürchtet, dass es ein schlimmes Ende nehmen könnte, ja er warnt davor, absichtlich Dinge verkehrt darzustellen: Wehe! Warum? Weil da oft ein Machtgefälle ausgelebt wird: Das Vorgehen ist berechnend, dient dem eigenen Vorteil, nimmt dem anderen, was ihm gehört oder zusteht. So sollen wir Menschen aber nach Gottes Willen nicht miteinander umgehen! Und Achtung, es bleibt nicht verborgen! Die letzten Sonntage des Kirchenjahres, bevor am ersten Sonntag im Advent ein neues Kirchenjahr startet, lehren uns: Wir werden für unser Leben, auch für unseren Umgang mit den nahen und fernen Menschen, Rechenschaft vor Gott ablegen müssen. Können wir bestehen? Werden wir Beistand haben? Nein und Ja: Keine und keiner hat eine makellose Weste, kann vor Gott bestehen. Und: Ja, wir werden Beistand haben: Jesus Christus tritt uns zur Seite und sagt uns: fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst, frei gemacht von Deiner Vergangenheit. Es gibt vieles, auf das wir hineinfallen können. Wir denken, es ist gut, hell und süß. Mag sein. Sicher sind wir aber bei Jesus Christus: Er ist wirklich gut. Er ist wirklich das Licht der Welt! Er ist süß: liebt uns, trägt uns, tröstet uns, stärkt uns. Er macht uns frei von der Welt. Ich bitte Sie, liebe Leserin und lieber Leser, dass Sie sich ihm anvertrauen! Manches in Ihrem Leben wird sich verändern, manche Werte werden neu sortiert und Ihr Blick geht weit in die Zukunft, dahin, wo es wirklich gut, hell und süß ist! Jesus Christus, Gottes Sohn, und Gott selbst, unser himmlischer Vater, segnet und beschenkt uns, so dass wir getrost unseren Weg gehen können! So wünsche ich einen schönen Herbst und gesegnete Zeit! Ihr und Euer Pastor Mader

Fürstenwalder Gedanken

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Johannes 16,33 Angst vor dem Ende? In früheren Zeiten lebten viele nur 50 bis 60 Jahre, aber dafür durch ihren Glauben mit der Perspektive "Ewigkeit" nach dem Tod. Kann es sein, das heute viele Menschen deswegen so gehetzt sind und alles mitnehmen was sich ihnen bietet, weil sie möglichst viel in ihre 80 Jahre Lebenszeit rein packen müssen? Und danach ist alles aus und vorbei? Wir sehen, hier kommt es nicht auf Quantität an, sondern auf Qualität. Was nutzen mir 20, 30 Lebensjahre mehr, wenn ich keine Ewigkeitsperspektive habe? Andersrum gefragt: „Ist es dann noch so wichtig wie alt ich werde?“ Der Glaube an Christus will uns auch in dieser Frage Gelassenheit schenken und für den Alltag entschleunigen. Wir dürfen IHM vertrauen und beim Wort nehmen, das unser Leben in seinen liebenden Händen geborgen ist und eben nicht mit dem Tod alles zu Ende ist. Dazu sein Versprechen in Johannes 5,24: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." Aber was, wenn mein Vertrauen schwindet in den dunklen Monaten die vor der Tür stehen. Wenn ich ins Grübeln komme ob meiner Sündenlast. Leiden und Verzweiflung kann mich da auf einmal packen. Auch die Menschen der Bibel reden davon. Gott hält sich manchmal verborgen und doch ist ER nur ein Gebet weit entfernt und das ist das Tröstliche. So treulos wie ich manchmal bin, hätte Gott allen Grund mich zu verlassen. Tut ER aber nicht! In seinem Roman "Und etliches fiel auf Fels" beschreibt der schwedische Bischof Bo Giertz einen jungen Pastor, der an ein Sterbebett gerufen wird. Der alte Bauer war, seit der Erweckung in Südschweden, ein treuer Christ gewesen. Aber auf seinem Krankenlager findet er keinen Frieden. Er kennt viele Versprechen Gottes in der Bibel auswendig. Aber er sieht nur das Böse in seinem Herzen und zweifelt daran, ob er richtig geglaubt hat. Der junge Vikar ist verwirrt und kann das nicht verstehen. Aber dann zählte der Alte auf: Bei jeder Gelegenheit, bei der er Gottes Willen tat, hatte er selbstsüchtige Hintergedanken. Als er in der Kirche die Sündenvergebung erlebte, schaute er zur Seite auf seinen alten Vater und dachte daran, dass er wahrscheinlich bald sein Erbe antreten kann. Den lauten Nachbarn zur Linken beneidete er wegen seinem Reichtum und wünschte ihn zuweilen geradezu in die Hölle. Geschweige denn jemals für ihn gebetet zu haben. Dem Vikar verschlägt es die Sprache und gute Ratschläge gleich dazu. Da trat eine alte Nachbarin ins Zimmer. Als der Bauer ihr ganz offen sagt: „Ich bin ein Sünder, ach was, ein großer noch dazu!“ Da meinte die Alte nur lakonisch: „Ja, das bist du, aber Jesus ist ein noch größerer Erlöser!“ Sie lenkte seinen Blick weg von seinem Versagen und seiner Angst, auf Jesus hin daselbst. Als er fragte ob sie noch ein letztes Bibelwort für ihn hätte, sagte sie: „Ja eines. Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünden trägt. Jesus! Auch die Sünde, die dich immer noch in deinem Herzen verklagen will.“ Das allein ist mein Trost im Leben und im Sterben, dass ich nicht auf mich und meine scheinbaren Erfolge im Glauben baue, sondern auf Jesu unverdienten Gnade und großartigen Liebe. Geschwisterliche Grüße aus Fürstenwalde, Andreas Lenz

Gott kommt zu seinem Ziel

Was kommt denn noch alles auf uns zu? So fragen sich viele angesichts von Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Klima- Wandel. Man mag schon gar nicht mehr in die Zeitung schauen. Ein Blick in die Bibel: Die Offenbarung des Johannes ist ein Trostbuch für Bedrängte und Unterdrückte. Für sie ist es tröstlich zu wissen, dass Opfer und Täter vor Gott nicht eins und gleich gültig sind, dass ihr Leiden von Gott nicht übersehen wird. Sie wissen: Gott hat die Geschicke seiner Welt nicht aus den Händen gegeben. Gott regiert und kommt trotz aller Katastrophen zu seinem Ziel. Der Bibeltext „Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, du König der Völker“ ist ein himmlisches Loblied von Christen, die von Gott gerettet worden sind. In diesem Loblied ist von Gottes Allmacht die Rede! Allmacht – das ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht unsere Sache. Allmacht ‒ das ist die uns abgewandte, unzugängliche Seite Gottes. Sie schränkt unsere menschlichen Allmachts-Fantasien wohltuend ein. Sie erdet uns. Nein, wir haben das Leben und die Schöpfung trotz aller technischen Möglichkeiten nicht im Griff. Aber wir können uns Gott anvertrauen und mit Worten von Gustav Heinemann trotzig und getrost bekennen: „Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!“ Reinhard Ellsel